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Vom Hostal in Buenos Aires bekam ich nicht viel mit. Die Anfrage einiger Gäste, ob ich auch mit in die Tango-Bar ginge, schlug ich aus, denn ich musste am nächsten Tag sehr früh meine Eltern vom Flughafen abholen und dann wieder die knapp 1100 km zurück nach Mendoza fahren. Ich wollte also bald ins Bett und ausschlafen. Am nächsten Tag stand ich also früh auf und machte mich auf den Weg zum Flughafen.
Unser Mietauto hatte ich bereits am Vortag abgeholt. Zum Glück, denn beim Abholen gab es eine böse Überraschung. Das Auto, das ich ausgefertigt bekam, war einiges kleiner als das vereinbarte Fahrzeug. Die Dame von der Agentur (Associated Rent a Car - falls jemand einmal in den Genuss kommen sollte) erklärte mir - völlig plausibel - dass in der von mir reservierten Kategorie eben beide Fahrzeuge sind und das andere nicht zur Verfügung stand. Als Beweis dafür, dass ich davon wüßte, zeigte sie mir den vierseitigen Ausdruck meiner Email-Kommunikation mit der Agentur. Ich war mir ganz sicher, dass mir das andere Auto zugesagt worden war, zweifelte dann aber auch etwas an meiner Erinnerung. Ich war einerseits sehr verärgert, andererseits aber auch besorgt, denn das Auto, dass mir nun angeboten wurde erschien mir einfach zu klein für die Menge an Gepäck, die wir zu fünft haben würden. Ich wollte vorher noch einmal meine Emails checken. Als ich die Kommunikation bei mir fand und ausdruckte, waren es plötzlich 6 Seiten ... die Dame hatte also einfach den Teil, in dem sie mir selbst das gewünschte Fahrzeug zugesagt hatte, unterschlagen. Bisher ist mir so etwas in Argentinien nicht passiert. Die Leute hatten bisher meist vertrauenswürdige Auskünfte und ich begann schon mich darauf zu verlassen (eine Tatsache, die mir ja aus Ecuador immer noch schlecht in Erinnerung ist ... das fehlende Vertrauen). Nun war das aber zu Ende und ich war echt sauer. Die Entschuldigungen und Erklärungen der Dame kamen irgendwie gar nicht gut bei mir an. Es blieb mir aber keine Wahl. So kurzfristig würde ich kein Auto mieten können. Ich musste mich also damit begnügen und hoffte sehr, dass meine Eltern wirklich nicht sehr viel Gepäck mithatten.
.... ein etwas langer Einschub zum Mietauto .... Ich fuhr also sehr bald in der Früh zum Flughafen. Als ich dort ankam, war der Flieger bereits angekündigt und hatte auch kaum Verspätung. Am Terminal war ein ziemlicher Tumult. Es warteten zwar nicht viele Leute, dafür aber eine Großfamilie, die bestens gelaunt war ... naja, zumindest die meisten, eine Frau weinte irgendwie die ganze Zeit. Zuerst hatte ich ja gar keinen Überblick über die ganze Gruppe. An einem Tisch saßen 6 Männer, die sich angeregt über Fussball unterhielten (eh klar, ein Hauptthema in Argentinien). Ein paar Kinder waren auch noch dabei und als die sich von einem Tisch zum anderen bewegten, wurde mit klar, dass da zu jedem Mann auch noch eine Frau oder Freundin dazugehört und noch ein paar Kinder mehr. Insgesamt eine ganze Menge Leute also und in wirklichkeit fast 50% der Personen, die auf jemanden warteten. Die Männer sprachen auf argentinische Macho-Art alle Frauen an, die aus derm Flughafen kamen und die Frauen und Kinder drängten immer weiter vor in Richtung Zollabferigung, bis die Wachebeamten eingriffen und die Türen verschlossen. Als Folge gab es dann sehr lustige Szenen, denn von den Schiebetüren ging jeweils nur eine Hälfte auf, für einige zu schmal um mit ihrem Gepäck durchzukommen. So musste die Tür mehrmals händisch aufgemacht werden. Gelegenheit für die Kinder wieder einen Blick in die Halle, wo das Gepäck ausgegeben wurde, zu werfen. Was sie alles gesehen haben, erzählten sie dann immer lautstark allen anderen der Gruppe. Ich war schon echt gespannt, wer da nun aller empfangen wird. Nach fast einer Stunde kam dann ein junges Paar aus dem Zoll. Er tiefgebräunt und mit Goldketten und Armbändern als hätte er einen Teil des Inka-Goldes gefunden :-) Ich war natürlich sehr gespannt auf die Willkommensszene, aber die viel fast aus. Die weinende Frau hörte auf zu weinen, es gab ein kurzes Handshake und ein Paar Busserl und dann .... wieder Fussball. Eine eigenartige Szene.
Als die Gruppe weg war, kehrte Stille ein und die wenigen Wartenden, die nch geblieben waren, erinnerten sich wohl wieder daran, dass sie auch auf jemanden warteten. Das Flugzeug von Iberia war bereits vor mehr als einer Stunde gelandet, doch noch gab es kein Zeichen von meinen Eltern. Die Leute neben mir wurden auch schon etwas nervös und dann kam plötzlich von einem Wachmann der Hinweis, dass der Flieger am Terminal B gelandet war. Ich war auf Terminal A. Die meisten Wartenden dürften das schon gewusst haben, denn am Terminal B waren dann plötzlich hunderte Personen (und es handelte sich dabei nicht um nur eine Gruppe). Oje, dachte ich. Die Eltern sind sicher schon im Dschungel des Flughafens verschwunden. Das fängt ja gut an! Wie ein aufgeschrecktes Huhn lief ich durch die Leute, den Blick nach 2 verlorenen Österreichern (gut, dass die Leute nicht allzugroß waren, so dass ich einen guten Überblick hatte). Ich fand aber niemanden. Was nun? Mir blieb nichts anderes über als zu warten. Kaum 5 Minuten später spazierten meine Eltern fröhlich und unbesorgt durch den Zoll. Von meiner kleinen Odyssee und der köstlichen Unterhaltung am Terminal A wussten sie nichts :-) Wir machten uns gleich auf den Weg zum Auto. Die beginnende Hitze eines heißen Tages in Argentinien nahmen sie sehr locker, denn wirklich aus dem Winter kamen sie eh auch nicht. Im Auto hatten wir dann Klimaanlage und der Fahrt nach Mendoza stand fast nichts mehr im Weg ... fast ... denn wir mussten erst noch die zahlreichen Vororte von Buenos Aires durchqueren, bis wir auf der richtigen Straße Richtung Westen waren. Nach ein paar Ehrenrunden (gerade rund um eine Mautstelle auf der Autobahn bei der wir 3 mal bezahlten) fanden wir den Weg und tauchten ein in die endlosen Weiten der Argentinischen Pampa.
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