|
 Viel Wolken und wenig Farbe in der Quebrada Humahuaca Weil uns die Wolken nun am Abend bereits einen Strich durch die Rechnung machten, wollten wir am nächsten Tag ganz zeitig noch einmal unser Glück versuchen. Noch vor dem Frühstück setzten Papa und ich uns ins Auto und fuhren ein Stück weiter nach Norden, wo sich andere Felsen im Morgenlicht von der besten Seite zeigen sollten. Wir hatten aber wieder kein Glück. Die Sonne ging zwar diesmal auf, die Felsen selbst wurden aber von dicken Wolken verdeckt. Es sollte also nicht sein.
So machten wir uns ohne die "besten" Fotos auf in Richtung Salta, wo
wir die nächsten 2 Nächte verbringen wollten. Vorher standen aber noch
weitere Höhepunkte der Reise auf dem Programm. Bereits nach wenigen
Kilometern durchquerten wir Purmamarca, wo noch einmal Felsen und
viele Farben leuchteten. Und dann ging´s hinauf auf über 4000m. Die
Straße war diemal asphaltiert und in einem recht guten Zustand, doch
bei jeder Kurve wurde die Luft dünner und als ich einmal ausstieg, um
schnell (!) ein paar Fotos zu machen, bekam ich das deutlich zu spüren.
Ich kam keuchend wieder zum Auto zurück, als ob ich gerade einen kurzen
Sprint zurückgelegt hätte. Bereits wenige Serpentinen nach der Passhöhe
sahen wir in der Ferne eine weiße Fläche, die unecht zwischen den
Bergen lag, den Salzsee Salinas Grandes. Neben der Größe und der Lage
inmitten der argentinischen Puna, sind es vor allem die Menschen, die
hier leben, die einen Besuch zu einem einmaligen Erlebnis machen. Der
See liegt auf über 3000m und ist der Rest eines Sees, der den Großteil
der Puna bedeckt hat.  Arbeiten mit Gesichtsschutz in der Salzwüste Heute leben mehrere Quechuagemeinschaften vom
Abbau des Salzes. Laut einem Bericht im Geo-Spezial über Argentinien
bekommen sie pro Tonne abgebautem Salz 12 Pesos (etwa 3 Euro). Die
Lebensbedingungen sind in dieser Höhe extrem. Tagsüber brennt die Sonne
ungehindert auf die Köpfe der Arbeiter, nachst sinken die Temperaturen
oft unter den Gefrierpunkt. Dazu bläst kräftiger Wind, der feinsten
Salzstaub in die Lungen der Menschen treibt. Die Menschen sehen
enstprechend alt aus und ihre Lebenserwartung ist weit unter dem
Landesschnitt. Kaum jemand wird hier 50 Jahre alt. Ob man hier auch vom
"Salz in der Suppe" sprechen kann? Nachdem wir auch hier ein paar
Souveniers eingekauft haben - definitiv die lukrativere Einnahmequelle
einiger Quechuas hier - durchquerten wir die Puna in Richtung San
Antonio de los Cobres.  Kein Zug mehr zu den Wolken Hier in der Nähe endete bis vor Kurzem die Fahrt
mit dem Tren a los Nubes ("Zug zu den Wolken"), ein Zug, der von Salta
aus über die Puna bis nach Chile geführt wurde ... zumindest als
Lastenzug. In San Antonio oder besser gesagt beim Viadukt La Polverilla
endete die abenteuerliche Fahrt für Passagiere ... oder besser gesagt
Touristen. Warum schreibe ich das alles in der Vergangenheit? 2005
streikten die Bremsen des Zuges, als er auf dem Weg zum letzten Viadukt
war. Da die Strecke retour von über 4000 m bis knapp über 1000 m steil
bergab gegangen wäre, konnte man nicht mehr zurück. Die Passagiere
mussten meherer Stunden warten. Neben dem Sauerstoff wegen der Höhe
fehlte den Menschen auch Wasser und Essen. Nicht unbedingt das, wofür
sie bezahlt hatten :-)
Für die Touristen war dieses Abenteuer nach wenigen Stunden vorbei.
Für die Bewohner von San Antonio sah das Ganze aber nicht so gut aus.
Der Zug wurde seit dem Versagen der Bremsen nämlich nicht mehr in
Betrieb genommen, eine wichtige Einnahmequelle fiel aus ... ersatzlos.
Wir wollten das Viadukt auch besuchen und nahmen dafür die Hilfe von
Roberto in Anspruch, einem Jungen, der sein Wissen nach der Schule den
Touristen anbietet, die jetzt wie wir per Auto in die Region
kommen.
Wir waren an diesem Tag schon wieder sehr lange unterwegs und so
machten wir uns nach der Besichtigung des Viadukts ohne Zögern auf nach Salta.
Aufgerufen: 1638
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben. Derzeit ist eine Anmeldung nur durch direkten Kontakt zum Admin möglich. Powered by AkoComment Tweaked v.1.4.6 All right reserved |