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Es ist zwar fast ein wenig müßig, bei all den Berichten, die es in letzter Zeit zum Thema Biotreibstoffe gibt, hier auch noch einen Blog-Eintrag zu diesenm Thema zu verfassen. Noch müßiger ist es aber die Diskussion über das aktuelle "Allheilmittel" für den Klimawandel einfach unkommentiert vorrüber gehen zu lassen. Schnelle Lösungen für komplexe Probleme, können nur nach hinten losgehen und beim Biosprit wird nur allzu deutlich sichtbar, wie Politik und Lobby in Europa miteinander verwoben sind.
Mitte März haben einige schlaue Herren und Damen (vor allem vermutlich Erstere) in der EU beschlossen, dass der Anteil an nachwachsenden Biotreibstoffen am Gesamttreibstoff per Gesetz verbindlich auf 10% erhöht werden soll. Damit soll ein Teil des für den Klimawandel verantwortlichen CO2 reduziert werden, so die Argumentation. Einzig das "Wie" wurde nicht erläutert und wird seitdem immer häufiger hinterfragt. Federführend am Zweifel an dieser Maßnahmen sind Umweltorganisation, die eigentlich bisher imme für den Einsatz von Biotreibstoffen gekämpft haben und die Entscheidung der EU sogesehen also begrüßen sollten. Leider trägt die Entscheidung der EU den vielen Analysen, Informationen und Statistiken der Umweltorganisation allerdings in keinster Weise Rechnung.
Wie so oft wurde die Entscheidung auch diesmal pauschal und im großen Stil getroffen. Die Folgen sind berits jetzt erschreckend sichtbar: Abholzungen von regenwäldern für Monokulturen von Eukalyptus, Soja und Mais, Ersatz von Pflanzungen für die Versorgung der lokalen Bevölkerung mit Lebensmittel durch Sorten für den industriellen Gebrauch, usw. Klr ist auch (und war es schon vorher) dass die Rohstoffe für unsere Mobilität - die selbstverständlich nicht hinterfragt werden darf - nicht aus Europa selbst kommen können. Die Transportwege bleiben also weiterhin erhalten und weiten sich sogar noch aus. Vorsorglich hält man sich aber an Länder, die der EU und also dem Kapitalismus gut gesinnt sind, wie Brasilien oder Indonesien sowie einige Afrikanische Staaten mit stabilen EU-hörigen Demokratien.
Es ist wie gesagt müßig, wieder STOPP rufen zu müssen und einen Trend, den man selbst gerne mittragen würde, zu hinterfragen. Es kann bei der ganzen Diskussion nicht darum gehen einen Treibstoff durch einen anderen zu ersetzen. Es kann nicht sein, dass wir unhinterfragt einfach unseren Lebensstil fortsetzen und Anderen, die wir durch jahrelange Kredite und "Strukturanpassungsprogramme" von uns abhängig und hörig gemacht haben, die Rohstoffe dafür abverlangen. Es kann nicht sein, dass wir uns durch den Erwerb von CO2-Zertifikaten aus der Verantwortung kaufen und den Anderen gleichzeitig vorschreiben wollen, wie sie ihre Wirtschaft in den Griff bekommen und nachhaltig (jetzt auch noch ökologisch) erhalten sollen.
Um die Klimaveränderung in den Griff zu bekommen - selbst wenn die heutigen Szenarien durch weitere Beobachtungen und Analysen, sowie der Verbesserung der prognostischen Methoden irgendwann verändert werden - müssen wir unseren Mobilitätsdrang in den Griff bekommen. Die Anwendung neuester Technologien und Erkenntnisse sollen zusätzlich helfen, die Wege die weiterhin unumgänglich sind, möglichst effizient und sinnvoll zu erledigen. Man kann es nicht oft genug sagen: Oberstes Prinzip muss sein, uns und unseren Lebensstil zu hinterfragen und zu adaptieren. So polemisch und hundert mal durchgekaut es klingen mag ... bevor wir wieder die Probleme bei Anderen suchen, müssen wir endlich unsere Probleme in den Griff bekommen. Wir sind am Zug unser Leben nachhaltige zu gestalten und nicht die bereits inhaltsleere Worthülse der "Nachhaltigkeit" ständig auf andere zu projezieren.
Zu Weiterstudieren:
Und hier auch noch ein paar praktische Tipps zum Beginnen:
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