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Vor unsrer Reise nach Bariloche wurde uns ja bereits viel erzählt von dieser Stadt. Wir hatten daher natürlich auch bereits ein gewisses Bild in unseren Köpfen. Das wahre Bariloche zeigt sich nun aber mehr wie ein Film, den man sieht, nachdem man das Buch, auf dem der Film basiert, gelesen hat. Man hatte Bilder im Kopf und der Regisseur hat sie anders umgesetzt. Beide, der Film und das Buch, sind sehr gut. Doch sie haben nur wenig miteinander zu tun.
Wie kann ich nun Bariloche beschreiben? Jeden Tag stehen Heike und
ich (und Sebastián natürlich, aber der vergleicht ja noch nicht) wieder
vor einem Haus oder haben einen Ausblick, der uns an etwas erinnert.
Einmal ist es Tirol, dann wieder Island und dann doch wieder
Argentinien. Das Wetter lässt mich derzeit am ehesten an Akureyri im
Norden Islands denken. Es scheint die Sonne, es stürmt, das Wasser des
Sees Nahuel Huapi ist aufgeschäumt und die Temperaturen pendeln
zwischen 5 und 15°C, die sich bei Wind anfühlen wie 0 bis 10°C. Ich
sollte vielleicht anmerken, dass wir heute hier gerade den längsten Tag
des Jahres erleben, sprich es ist Sommer.Bariloche ist auch sehr
bekannt für seine Schokolade-Manufakturen. Ein Paradies und
gleichzeitig die Hölle für mich, das könnt ihr euch wahrscheinlich
vorstellen. Unzählige Geschäfte locken mit den verschiedensten
Varitäten an hausgemachten Schokoladen und Bonboniers. Es handelt sich
dabei oft nicht um kleine Läden, sondern um supermarktgroße Hallen voll
mit Köstlickkeiten. Ich denke an meine Zähne, an Cholesterin und ...
und husche vorbei ... und stehe vor der nächsten Versuchung. Gestern
haben wir dann doch einmal unserer Versuchung nachgegeben und sind in
einen kleinen Laden gegangen. Draußen stand schon verlockend
"degustación" (Verköstigung) und Besichtigung der Verarbeitung. Wir
kosteten also erst einmal und waren schnell überzeugt. Die Schokolade
war einfach köstlich. Ohne lange zu überlegen, nahmen wir also von
allem ein bisschen etwas, und dann war da auch noch dieser Stollen, den
wir natürlich auch zuerst einmal verköstigen mussten. In der
Zwischenzeit kam auch noch ein anderer Kunde ins Geschäft. Er wurde
auch zur Verköstigung eingeladen und meinte dann gleich, dass wir uns
ruhig Zeit lassen könnten mit der AUswahl, denn er sei vorläufig
versorgt :-) ... "falta el café para que sea perfecto" (Es fehlt noch
der Kaffee und es wäre perfekt). Der Wind und die Kälte auf der Straße
verleiteten auch gar nicht dazu, schnell wieder weiterzumaschieren.
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