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Über das eigentliche Weihnachtsfest hier in bariloche kann ich nicht viel erzählen. Wir haben es dieses Jahr wieder einmal nicht sehr traditionell gefeiert. Am Morgen des 24.12.2006 lachte die Sonne in unsere Wohnung und die Blätter der Bäume bewegten sich kaum. Wir konnten es kaum glauben, aber es war tatsächlich so ... es stand uns ein Sommertag bevor. Der erste seit unserer Ankuft in Bariloche vor einer Woche.
Ok,... Sommertag natürlich nur, wenn man damit angenehme Temperaturen
und Sonne verbindet. Wir nahmen uns also vor, einen ersten Ausflug zu
planen. Das Ziel war der nahe gelegene Cerro Otto, ein Berg mit 1470m
Höhe, den wir direkt von unsrer Wohnung zu Fuss besteigen konnten. Es
führt auch eine Seilbahn hinauf (die übrigens von einer
österreichischen Firma gebaut wurde) und somit konnten wir uns den
Abstieg sparen. Eigentlich war der Plan nach dem Mittagessen
aufzubrechen, wenn Sebastián ausgeschlafen ist. Der hat aber scheinbar
schon mitbekommen, dass an diesem 24.12. irgendetwas Aufregendes im
Gange ist und wollte partout nicht schlafen. Also brachen wir
kurzentschlossen schon vor dem Essen auf. Unsere Nachbarin gab uns noch
schnell ein paar Tipps zum Weg und schon ging´s los. Den beschriebenen
Weg fanden wir leider nicht, aber da wir vor ein paar Tagen schon
einmal ein Stück den Berg hinauf gegangen waren, hatten wir schon eine
gewisse Orientierung und gingen also einfach drauf los. Ab der Hälfte
verlor sich dann der Weg und wir mussten ein wenig querfeldein gehen.
Das Ziel war aber immer deutlich sichtbar vor uns und am Boden
begleiteten uns Fahrradspuren. Wir konnten uns also gar nicht verirren
... jetzt erwartet ihr natürlich, dass wir uns doch verirrt haben ...
da muss ich euch aber enttäuchen. Wir sind tatsächlich auf dem Cerro
Otto angekommen ohne viel Umwege zu gehen. kurz vor dem Gipfel kamen
wir dann auf eine Schotterstraße - wahrscheinlich der "richtige" Weg -
und zum Parkplatz. Dort überraschte uns dann ein Schild, das drauf
hinwies, dass man hier die Eintrittskarten für den "Complejo Turistico
Cerro Otto" (Tourismus-Komplex) zahlen muss. Ein kleiner Zettel daneben
wies darauf hin, dass der Komplex seit Mai 2006 geschlossen ist. So ein
Pech, dachten wir. Vom Parkplatz führte ein Weg hinauf zu einem
Restaurant und Aussichtsplatz und daneben wurde gerade etwas gebaut,
das wie eine Standseilbahn aussah. Ich sollte vielleicht anmerken, dass
wir noch max. 50 Höhenmeter unter dem Gipfel (der eigentlich gar keiner
war, sonder eben das Restaurant) waren. Ein weiteres Schild bestätigte
unsere Vermutung. Es wurde tatsächlich eine Standseilbahn gebaut, die
diejenigen, die hier mit dem Auto heraufkommen, bis ins Restaurant
führen sollte. Es war schon alles ein wenig eigenartig. Die Straße, die
hier heraufführt, ist eine Schotterstraße. Am Parkplatz standen fünf
Autos und die Baustelle sah schon etwas verkommen aus. Naja, das ist
hier ja auch nichts Außergewöhnliches :-)
Wir spazierten also die letzten Meter bis zum Aussichtspunkt und dort
erwartete uns die nächste Überraschung. Der "Tourismus-Komplex"
(Restaurant, Snackbar, Bergstation der Seilbahn, kleine Galerie mit
riesen Statuen, Spielplatz, Gebetsplatz (!!!), ...) war keineswegs
geschlossen, sondern erfreute sich zahlreicher Gäste. Und dann kam der
spanneste Moment für Sebastián. Wir gingen ins Restaurant und
bemerkten, dass sich der Teil mit den Tischen dreht (wie der
Donauturm). Eine sehr attraktive Sache, denn der Ausblick auf den See
Nahuel Huapi und die umliegenden Berge war wirklich beeindruckend.
Sebastián ist auch gleich losgestartet (er war bis dahin ja die meiste
Zeit in der Rückentrage). Plötzlich blieb er aber überrascht stehen ...
er war auf den statischen Teil des Restaurants gekommen und hat
bemerkt, dass wir uns langsam wegbewegten. Mutig wie er ist, ist er mit
einem Satz auf den bewegten Teil gesprungen ... ok, klingt vielleicht
etwas zu dramatisch, denn dazwischen war natürlich nur ein winziger
Spalt. Für den Kleinen war es aber doch eine gewisse Überwindung und
für uns ein spannende Sache zu sehen, wie er damit umgeht. Das ganze
war dann natürlich ein Abenteuer und er begann zwischen statischem und
bewegtem Teil herumzulaufen. Dabei bewegte er sich auch manchmal etwas
weiter weg von uns. Dann stand er plötzlich vor einem anderen Tisch.
Als er es merkte, blickte er ganz verzweifelt die fremden Leute an und
suchte nach uns. Wir haben ihn natürlich eh beobachtet und riefen
gleich nach ihm. Bergab gings dann mit der Seilbahn.
Unten angekommen trafen wir dann auch noch den Weihnachtsmann. In Bariloche fährt der mit einem Feuerwehrauto und Signal durch die Straßen und an jeder Ecke warten die Kinder an die dann Süßigkeiten verteilt werden. Sebastián war auch ganz begeistert. Weniger allerdings vom Weihnachtsmann als vielmehr von den vielen "nene"s (Kinder).
Am Abend gab es dann Karfiolcremsuppe, Semmelknödel mit Champignossauce
und als Nachspeise ein paar köstliche Schokoladestücke aus dem
Schokoladeparadies Bariloche. Ein höchst zufriedenstellender, wenn auch
wenig festlicher Weihnachtstag 2006.
(Fotos vom Ausblick gibts unter hier )
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