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 Monday, 6. February 2012
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Ihr befindet euch auf der kleinen, aber feinen privaten Website von Roland Dunzendorfer.
Da ich selbst ein etwas anderes Verständnis von Ordnung, Regelmäßigkeit und Dauerhaftigkeit habe, kann ich nicht garantieren, dass die Seite ordentlich funktioniert, regelmäßig upgedatet wird oder dauerhaft online ist. Die, die sich hierher verloren haben soll das nicht weiter stören. Denn die meisten wissen genau, wonach sie suchen.

Ein perfekter Tag

Der Sommer ist endlich eingekehrt in Bariloche. Das Thermometer steigt auf 25-30 Grad und die Straßen werden von Tag zu Tag belebter. Uns zieht es natürlich auch immer öfter raus aus unserer Wohnung. Gestern besuchten wir eine Schweizer Kolonie nahe Bariloche. Der Ort heißt zwar noch "Colonia Suiza", aber Schweizer haben wir keine getroffen. Vielmehr wird die Gegend seit einiger Zeit intensiv touristisch genutzt.

Die Kolonie wurde Ende des 19. Jhdts von Schweizern gegründet, die vorher bereits etwa 10 Jahre in Chile gelebt haben und dem Angebot von Land in Argentinien gefolgt sind. Sie gründeten ihre Kolonie am See Moreno nahe Bariloche, der heute zu den touristischen Höhepunkten der Region zählt. Bevor wir uns auf den Weg machten, holten wir uns noch einige Informationen bei Graciela, unserer Nachbarin, mit der wir das Haus teilen, ein. Sie kennt die Gegend sehr gut und ist total hilfsbereit. Ein Informationsbüro quasi im Haus ;-) ... sehr praktisch. Um 8:10 sollte der Bus abfahren. Wir hatten nur einen Fußmarsch von etwa 15 Minuten zum Bus und so brachen wir kurz vor 8 auf. Wenige Meter vor der Bushaltestelle, brauste ein Bus an uns vorbei. Ein Blick auf die Uhr sagte 8:07. Das konnte doch nicht unser Bus gewesen sein? ... Von dieser Mischung aus Europa und Lateinamerika in Argentinien habe ich ja schon geschrieben. Pünktlichkeit und Zeitgefühl gehören auch zu dieser Mischung. Unsere kurze Panik war also gleichzeitig begründet und umsonst. Zweiters hat sich dann bestätigt ... der Bus kam um etwa 8:30 ... ufff. Kurz bevor der Bus kam, krachte es noch kräftig in Sebastiáns Windeln. Nach kurzem Überlegen und nachdem der Geruch schon kräftig in unsere Nasen stieg, beschlossen wir, ihn noch an der Bushaltestelle zu wickeln. Natürlich musste es so kommen ... wir hatten Seba kaum ausgezogen, da bog auch schon der Bus um die Ecke. Halbangezogen und mit voller Windel stiegen wir also in den Bus und hofften, dass sich niemand davon belästigt fühlt.Der Bus war rammelvoll und der Geruch ging ziemlich schnell unter im Geruch von Schweiß und Auspuffgasen. Seba kuschelte sich zu Heike und war bald eingeschlafen. Wir kurvten mit dem Bus durch die Gegend, passierten zig Schilder, auf denen Colinia Suiza stand, die Gäste wurden weniger, aber ... wann sind wir denn nun in Colonia Suiza? Kurz bevor wir wieder auf die Asfaltstraße kamen, meldete sich Sebastián wieder und brachte sein Frühstück zum Vorschein. Diesmal über die andere Öffnung. Heikes Sitznachbar bekam einen Teil davon ab und der Großteil ging auf Heike selbst. Nun war ein gewisser unangenehmer Geruch auch nicht mehr zu verbergen. Der Busfahrer fragte uns dann einmal, wo wir denn eigentlich hinwollten, und erklärte uns dann, dass wir eigentlich schon viel zu weit sind und er jetzt wieder umdrehen wird. Er ließ uns dann etwa 3 km vor Colonia Suiza aussteigen. Wir konnten nun endlich Sebastián fertig wickeln und Heike konnte sich ihrer mit Sebastiáns Frühstück bedeckten Kleidung entledigen...

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Blick auf den See Nahuel Huapi und das Hotel Llao Llao
Ihr fragt euch nun wahscheinlich schon, was an diesem tag denn nun perfekt war? Es beginnt jetzt ... Nachdem wir nun also auf der Straße standen, sauber und gut gelaunt, erinnerten wir uns an einen Bericht in einem Magazin, der von einem tollen Panoramablick berichtete, der in der Nähe sein sollte. Wir marschierten also los. Von Nähe konnte zwar keine Rede sein, aber nach etwa 6 km kamen wir tatsächlich an und waren ... überwältigt!!! Es war der Ausblick auf die Seen Moreno und Nahuel Huapi und dazwischen das Hotel Llao Llao. Ein Bild, das in nahezu jedem Reisebericht über Patagonien vorkommt und meist großartig aussieht. In Wirklichkeit war es aber viel überwältigender als auf den Fotos (oder trübt mich die Erinnerung nach einer etwas misslungenen Anreise?). ich kann euch leider auch wieder nur ein Foto davon zeigen.

Nach einer ausgiebigen Rast und einer kleinen Jause machten wir uns dann auf den Weg nach Colonia Suiza. Wir wußten nicht genau, wie viele Kilometer uns jetzt davon trennten, denn wir bevorzugten, einen anderen Weg zu gehen. Nach einigen Kilometern Weg - wir waren noch immer gut gelaunt und Sebastián stapfte fleißig dahin - blieb ein "Ameroargentinier" (also ein in den USA lebender Argentinier) stehen und bot uns an, uns mitzunehmen. Wir nahmen ohne zu zögern an und kamen rasch zu unserem Ausflugsziel. Da es in der Zwischenzeit Nachmittag geworden war, beschlossen wir endlich Forelle essen zu gehen. Wir hatten vorher schon so oft gehört, dass dieses Essen eine der Spezialitäten hier sei und wurden auch keineswegs enttäuscht.

Weil der Tag schon so perfekt war, beschlossen wir nach dem Essen, einen Großteil des Weges zu Fuß nach Bariloche zurückzulegen. Auf einer Karte war ein Weg eingezeichnet, abseits der Hauptstraße auf der Rückseite des Sees, den wir nehmen wollten. Nach etwa 15 km sollte man dann wieder auf die Hauptstraße kommen.

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Militärzone zum Landschaft genießen?
Da nach einigen Kilometern Schotterstraße von einem Weg noch nichts zu sehen war, mussten wir eingestehen, dass ein auf einer argentinischen Karte eingezeichneter Weg keinesfalls nur für Wanderer ist, sondern durchaus auch für Autofahrer geeignet ist. Es war zum Glück nicht viel Verkehr und wir hatten eine schöne Wanderung. Ein Highlight auf der Wanderung waren diverse Schilder, die das Gebiet als Militärische Zone auswiesen. Direkt darunter stand dann "Genießen Sie die Landschaft" ... wir waren uns nicht sicher, ob wir da etwas falsch verstehen ... sollte da nicht drunter stehen "Betreten verboten!" oder "Achtung, verlassen Sie nicht die Wege, hier wird scharf geschossen!"? Nein, wir sollten die Landschaft genießen und das taten wir auch! Auf der Hauptstraße angekommen (doch schon ein wenig erschöpft.
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STOPP....
Seba stapfte natürlich die meiste Zeit nicht mehr!) beschlossen wir, Auto zu stoppen. Ich streckte also meinen Daumen raus und wir warteten. Sebastián beobachtete mich eine Zeit lang, streckte dann auch seinen Daumen raus und rief laut "Stopp!". Leider half uns das auch nicht. Es wollte keiner stehen bleiben. Wir marschierten also weiter und nach wenigen Kilometern überholte uns der Bus. Der Fahrer verlangte von uns für die Rückfahrt mehr als für die Hinfahrt! Ich war etwas verwundert ... waren wir nicht bereits etwa 20 km gegangen? Oder hat sich etwa Sebas Speibattacke schon herumgesprochen? Um uns zu beschweren, waren wir aber schon zu müde und wir wollten uns auch nicht den "perfekten Tag" vermiesen. Also genossen wir die Rückfahrt und kamen erschöft aber glücklich zu Hause an.


EIN GUTES NEUES JAHR EUCH ALLEN :-)

PS: Fotos in höherer Auflösung gibt es im Menü "Fotos " -> Argentinien


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Letzte Aktualisierung ( Wednesday, 10. January 2007 )
 
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