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Ihr befindet euch auf der kleinen, aber feinen privaten Website von Roland Dunzendorfer.
Da ich selbst ein etwas anderes Verständnis von Ordnung, Regelmäßigkeit und Dauerhaftigkeit habe, kann ich nicht garantieren, dass die Seite ordentlich funktioniert, regelmäßig upgedatet wird oder dauerhaft online ist. Die, die sich hierher verloren haben soll das nicht weiter stören. Denn die meisten wissen genau, wonach sie suchen.

Einmal Chile und retour

Vulkan Osorno
Vulkan Osorno
  Die vergangenen Tage waren wir in Chile. Gudrun würde das wohl "Visa-run" nennen, denn der Zweck der Reise war die Erneuerung unseres Visums für Argentinien. 3 Monate unseres Aufenthaltes hier sind also vorüber. Ich versuche, diesen Eintrag ins Reisetagebuch kurz zu halten, wenn gleich mir das schwer fällt. Die AEIOU-News sind aber schon wieder so lange, wie ich bemerken muss. Außerdem werde ich einmal nicht chronologisch vorgehen, denn ich will mit dem schönen Teil der Reise beginnen. Die Anreise gehörte nicht dazu.

Um unser Visum zu erneuern, fuhren wir für 3 Tage nach Puerto Varas, ins chilenische Seengebiet von Nordpatagonien. Was wir dort fanden, war eine völlig andere Landschaft. Ein wenig erinnert sie an die Kärtner Seen, allerdings mindestens 10mal so groß und außerdem mit Meer und Vulkanen, sowie fantastischen Blicken auf die Anden, glasklaren Seen, zu denen man fast überall freien Zugang hat, wenigen Menschen (und keinen Kärtnern - die Kärtner unter euch mögen mir das entschuldigen, ihr wisst, welche Art Kärtner ich meine). Die Gegend wurde Ende des 19. Jhds. unter anderem von Deutschen Einwanderern kolonialisiert und davon gibt es bis heute noch viele Spuren. So findet man z.B. überall "Kuchen" und "Stroisl" oder Herbergen, die "Tante Puppe" heißen.

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Express nach Braunau :-)
Für Guttl habe ich auch etwas gefunden: "Nuevo Braunau" heißt ein Ort. Da mag man ja gleich auf andere Gedanken kommen, wenn man gleichzeitig an Deutsche Einwanderer denkt. Den "Stroisl" (oder Streusel, wie wir ihn nennen) mussten wir natürlich gleich einmal kosten und waren hellauf begeistert davon. In unserer Herberge wurde zum Ausgleich nur französisch gesprochen (der Besitzer und alle Angestellten waren Franzosen - Casa Margouay ... ganz nebenbei sehr zu empfehlen). Nach einem Tag in der Ortschaft, mieteten wir uns für den folgenden Tag ein Auto. Das angestrebte Ziel war der Vulkan Osorno, der uns in Puerto Varas bereits in der Ferne angelacht hat. Auf dem Vulkan gibt es auch ein kleines Skigebiet (zur Zeit ist hier natürlich Sommer) und so nahmen wir den Sessellift, um noch ein wenig weiter gen Krater zu fahren. Der Preis für die Bergfahrt hatte durchauß europäische Dimensionen (ca. 8€ pro Person) und die Fahrt war schnell wieder vorbei. Im Nachhinein wussten wir, dass wir das auch zu Fuß hätten gehen können. Bis zum Schnee sind wir jedenfalls nicht gekommen. Wir hätten ihn Sebsatián gerne gezeigt. Naja, dann eben nächsten Winter in Österreich.

Im Anschluss an den Vulkan ging´s noch bis in den Talschluss und zu einem beeindruckend schönen See, umgeben von imposanten Bergen und einer Unzahl von wespenartigen Riesenstechinsekten (weiß leider den Namen nicht mehr). Ein netter Flyer in der Informationsstelle wies darauf hin, dass die Insekten ungefährlich sind - wir befanden uns auch in einem Nationalpark, da stehen sie wahrscheinlich auch noch unter Naturschutz - und außerdem auf dunkle Kleidung stehen. Das erklärte dann auch, warum sie hauptsächlich auf mich und meine dunkle Jacke (eh klar) standen. Ich bin ja eigentlich ein Tierfreund, aber diese Dinger waren sehr lässtig und die Stacheln überdimensional und angsteinflößend. Die Gegend war ja schön, aber wenn man sich ständig verteidigen muss, dann kann man das nicht so recht genießen. Wir genossen trotzdem einen echt schönen Ausflug und die Region zählt ab nun auch zu den großen Favoriten auf unserer Landkarte.

... so, ich merke schon, der Bericht wird wieder recht lange, drum komm ich jetzt noch kurz zur An- und Abreise. Unsere Tickets dafür haben wir bereits 2 Tage zuvor gekauft, bei der Busfirma, mit der wir auf der Reise von Buenos Aires nach Bariloche schon gute Erfahrungen gemacht haben, Via Bariloche ... merkt euch diesen Namen, denn ab diesem Zeitpunkt gehört er zu den Unwörtern unserer Reise. Der "nette Herr" am Schalter hat uns noch erklärt, dass der Bus bei der Hinfahrt zuerst nach Puerto Montt fährt und erst dann ins etwa 30 km davor gelegene Puerto Varas, wo wir hinwollten (dazu gab´s auch noch eine nette Zeichnung). Wir waren etwas verwundert, aber glaubten, das wird schon passen. Bisher bekamen wir meist durchaus korrekte Infos hier ... denkste, hier endet das große Vertrauen um die Auskunft.

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Der Hut fuer die Spende fehlt noch - Warten in Puerto Montt
Als wir Puerto Varas passierten, dachten wir uns noch, eine nette Stadt und als dann in Puerto Montt alle anderen aus dem Bus ausstiegen, waren wir glücklich, dass wir wieder zurück in diesen Ort fahren und nicht in der Industriestadt am Meer bleiben würden. Wir blieben also völlig ruhig im Bus sitzen und warteten auf die Weiterfahrt. Einzig, es gab keine Weiterfahrt. Plötzlich erklärten uns die Busfahrer, dass hier Endstation sei. Wir zeigten ihnen unsere Tickets und da meinten sie, dass wir da aber schon vorbei seien (wohlgemerkt in einigem Abstand, denn wir waren auf der Autobahn). Von dem, was uns der "nette Herr" am Schalter gesagt und aufgezeichnet hatte, waren sie gar nicht beeindruckt. Es war in der Zwischenzeit 22:30 geworden. Laut Fahrplan sollten wir seit 2 Stunden an unserem Zielort sein. Die Fahrer waren dann noch so nett uns ein paar Pesos Chilenos für die Weiterfahrt in einem lokalen Bus zu geben - in blinden Vertrauen (was haben wir bei unseren bisherigen Reisen blos gelernt), dass wir direkt neben dem Hostal aussteigen würden, hatten wir noch kein Geld gewechselt und Pesos Argentinos sind hier irgendwie verpöhnt (wir hätten allerdings auch die nicht gehabt, denn sie wurden bereits an der Grenze in Empanadas investiert) - , der in 10 Minuten abfahren sollte. Leider haben die Pesos nicht ausgereicht, allerdings war der Fahrer des kleinen Busses sehr zuvorkommend und nahm uns trotzdem mit ... bis zum Ortsanfang von Puerto Varas. Dort ließ er uns aussteigen, weil dort die Straße begann, die wir ihm vorher genannt hatten ... Hausnummer 1130 ... ein Blick auf unseren Zettel ließ uns erschauern ... unsere Unterkunft hatte die Nummer 318. Also Gepäck umgeschnallt, Sebastián ins Tragetuch und losmarschiert. Es war in der Zwischenzeit 23:00 geworden und unsere Laune war bestens. Fast ohne Probleme (nur mit kleinen Umwegen, denn die Straße war plötzlich unterbrochen) kamen wir nach einer halben Stunden beim Hostal an und  ... standen vor verschlossenen Türen. Eine andere Touristin erklärte uns aus einem Fenster heraus, dass sie keinen Schlüssel habe und die Leute vom Hostal in einer Bar gleich ums Eck seien. Heike ging frohgemut in die Bar, um Personen zu suchen, die wir nicht kannten und auch noch nie gesehen hatten und fand irgendwie auch jemanden, der jemanden vom Hostal kannte. Um 0:30 legten wir uns in sehr gemütlicher Umgebung ins Bett und hatten die fast 10 stündige Anreise schon fast wieder vergessen.

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Ohne Worte :-p
... es fehlt noch die Rückreise ... soll ich das wirklich auch noch erzählen? Vielleicht in Stichworten. Natürlich wussten wir schon, dass der Bus nicht in Puerto Varas abfährt, wie uns der "nette Herr" versichert hatte. Wir vergewisserten uns also noch am Vortag in Puerto Montt (wo wir extra noch einmal hingefahren waren), wann der Bus abfahren soll. 7:30 war die Antwort und in Puerto Varas sollten die Busse bereits ab 6:00 regelmäßig fahren. Wir standen also um 5:45 auf und gingen zum Bus, der allerdings erst um ca 7:00 abfuhr. Es würde also knapp werden. Wir waren pünktlich in Puerto Montt ... allerdings war der Bus schon weg. Er fuhr überpünktlich ab. Mir fehlten nun die "freundlichen" Worte für die Dame am Schalter, die nur immer wiederholte, dass sie nichts machen könne ... das konnte sie auch nicht und ich konnte auch nichts machen ... das war Zündstoff genug ... EXPLOSION. ... ok, ich komme schon zum Schluss ... es gab noch einen Bus um 15:00 in dem wir Platz fanden und so verbrachten wir die verbleibenden Stunden in Puerto Montt mit der Suche nach touristischen Attrraktivitäten ... wir fanden sie nicht wirklich. Nach "nur" 16 stündiger Rückreise legten wir uns um 22:00 in Bariloche in sehr angenehmer Umgebung wieder ins Bett und hatten die Mühen der Rückreise schon fast vergessen ... morgen gehen wir dann zum Büro von Via Bariloche (merkt euch diesen Namen, vielleicht lest ihr diese Woche noch etwas in der Zeitung) und ich kann euch jetzt schon versichern, ich werde alle Schimpfwörter auspacken, die ich in meiner ganzen Zeit hier in Lateinamerika gelernt habe (falls jemand welche kennt, dann schickt sie doch bitte mit dem Betreff "Puerto Varas" an Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst Javascript aktivieren, damit du sie sehen kannst ).

 

PS: kleiner Nachtrag ... heute waren wir bei via bariloche und haben uns beschwert und 2/3 des Fahrepreises fuer die Hinreise zurueckbekommen. Wir leisteten uns damit ein gutes Mittagessen beim Vegetariano :-) (mails an via bariloche koennen trotzdem gesendet werden :-) 


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