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 Vulkan Osorno
Die vergangenen Tage waren wir in Chile. Gudrun würde das wohl
"Visa-run" nennen, denn der Zweck der Reise war die Erneuerung unseres
Visums für Argentinien. 3 Monate unseres Aufenthaltes hier sind also
vorüber. Ich versuche, diesen Eintrag ins Reisetagebuch kurz zu halten,
wenn gleich mir das schwer fällt. Die AEIOU-News sind aber schon wieder
so lange, wie ich bemerken muss. Außerdem werde ich einmal nicht
chronologisch vorgehen, denn ich will mit dem schönen Teil der Reise
beginnen. Die Anreise gehörte nicht dazu.
Um unser Visum zu erneuern, fuhren wir für 3 Tage nach Puerto Varas,
ins chilenische Seengebiet von Nordpatagonien. Was wir dort fanden, war
eine völlig andere Landschaft. Ein wenig erinnert sie an die Kärtner
Seen, allerdings mindestens 10mal so groß und außerdem mit Meer und
Vulkanen, sowie fantastischen Blicken auf die Anden, glasklaren Seen,
zu denen man fast überall freien Zugang hat, wenigen Menschen (und
keinen Kärtnern - die Kärtner unter euch mögen mir das entschuldigen,
ihr wisst, welche Art Kärtner ich meine). Die Gegend wurde Ende des 19.
Jhds. unter anderem von Deutschen Einwanderern kolonialisiert und davon
gibt es bis heute noch viele Spuren. So findet man z.B. überall
"Kuchen" und "Stroisl" oder Herbergen, die "Tante Puppe" heißen.  Express nach Braunau :-) Für
Guttl habe ich auch etwas gefunden: "Nuevo Braunau" heißt ein Ort. Da
mag man ja gleich auf andere Gedanken kommen, wenn man gleichzeitig an
Deutsche Einwanderer denkt. Den "Stroisl" (oder Streusel, wie wir ihn
nennen) mussten wir natürlich gleich einmal kosten und waren hellauf
begeistert davon. In unserer Herberge wurde zum Ausgleich nur
französisch gesprochen (der Besitzer und alle Angestellten waren
Franzosen - Casa Margouay ... ganz nebenbei sehr zu empfehlen). Nach
einem Tag in der Ortschaft, mieteten wir uns für den folgenden Tag ein
Auto. Das angestrebte Ziel war der Vulkan Osorno, der uns in Puerto
Varas bereits in der Ferne angelacht hat. Auf dem Vulkan gibt es auch
ein kleines Skigebiet (zur Zeit ist hier natürlich Sommer) und so
nahmen wir den Sessellift, um noch ein wenig weiter gen Krater zu
fahren. Der Preis für die Bergfahrt hatte durchauß europäische
Dimensionen (ca. 8€ pro Person) und die Fahrt war schnell wieder
vorbei. Im Nachhinein wussten wir, dass wir das auch zu Fuß hätten
gehen können. Bis zum Schnee sind wir jedenfalls nicht gekommen. Wir
hätten ihn Sebsatián gerne gezeigt. Naja, dann eben nächsten Winter in
Österreich.
Im Anschluss an den Vulkan ging´s noch bis in den Talschluss und zu
einem beeindruckend schönen See, umgeben von imposanten Bergen und
einer Unzahl von wespenartigen Riesenstechinsekten (weiß leider den
Namen nicht mehr). Ein netter Flyer in der Informationsstelle wies
darauf hin, dass die Insekten ungefährlich sind - wir befanden uns auch
in einem Nationalpark, da stehen sie wahrscheinlich auch noch unter
Naturschutz - und außerdem auf dunkle Kleidung stehen. Das erklärte
dann auch, warum sie hauptsächlich auf mich und meine dunkle Jacke (eh
klar) standen. Ich bin ja eigentlich ein Tierfreund, aber diese Dinger
waren sehr lässtig und die Stacheln überdimensional und
angsteinflößend. Die Gegend war ja schön, aber wenn man sich ständig
verteidigen muss, dann kann man das nicht so recht genießen. Wir
genossen trotzdem einen echt schönen Ausflug und die Region zählt ab
nun auch zu den großen Favoriten auf unserer Landkarte.
... so, ich merke schon, der Bericht wird wieder recht lange, drum
komm ich jetzt noch kurz zur An- und Abreise. Unsere Tickets dafür
haben wir bereits 2 Tage zuvor gekauft, bei der Busfirma, mit der wir
auf der Reise von Buenos Aires nach Bariloche schon gute Erfahrungen
gemacht haben, Via Bariloche ... merkt euch diesen Namen, denn ab
diesem Zeitpunkt gehört er zu den Unwörtern unserer Reise. Der "nette
Herr" am Schalter hat uns noch erklärt, dass der Bus bei der Hinfahrt
zuerst nach Puerto Montt fährt und erst dann ins etwa 30 km davor
gelegene Puerto Varas, wo wir hinwollten (dazu gab´s auch noch eine
nette Zeichnung). Wir waren etwas verwundert, aber glaubten, das wird
schon passen. Bisher bekamen wir meist durchaus korrekte Infos hier ...
denkste, hier endet das große Vertrauen um die Auskunft.  Der Hut fuer die Spende fehlt noch - Warten in Puerto Montt Als wir Puerto
Varas passierten, dachten wir uns noch, eine nette Stadt und als dann
in Puerto Montt alle anderen aus dem Bus ausstiegen, waren wir
glücklich, dass wir wieder zurück in diesen Ort fahren und nicht in der
Industriestadt am Meer bleiben würden. Wir blieben also völlig ruhig im
Bus sitzen und warteten auf die Weiterfahrt. Einzig, es gab keine
Weiterfahrt. Plötzlich erklärten uns die Busfahrer, dass hier
Endstation sei. Wir zeigten ihnen unsere Tickets und da meinten sie,
dass wir da aber schon vorbei seien (wohlgemerkt in einigem Abstand,
denn wir waren auf der Autobahn). Von dem, was uns der "nette Herr" am
Schalter gesagt und aufgezeichnet hatte, waren sie gar nicht
beeindruckt. Es war in der Zwischenzeit 22:30 geworden. Laut Fahrplan
sollten wir seit 2 Stunden an unserem Zielort sein. Die Fahrer waren
dann noch so nett uns ein paar Pesos Chilenos für die Weiterfahrt in
einem lokalen Bus zu geben - in blinden Vertrauen (was haben wir bei
unseren bisherigen Reisen blos gelernt), dass wir direkt neben dem
Hostal aussteigen würden, hatten wir noch kein Geld gewechselt und
Pesos Argentinos sind hier irgendwie verpöhnt (wir hätten allerdings
auch die nicht gehabt, denn sie wurden bereits an der Grenze in
Empanadas investiert) - , der in 10 Minuten abfahren sollte. Leider
haben die Pesos nicht ausgereicht, allerdings war der Fahrer des
kleinen Busses sehr zuvorkommend und nahm uns trotzdem mit ... bis zum
Ortsanfang von Puerto Varas. Dort ließ er uns aussteigen, weil dort die
Straße begann, die wir ihm vorher genannt hatten ... Hausnummer 1130
... ein Blick auf unseren Zettel ließ uns erschauern ... unsere
Unterkunft hatte die Nummer 318. Also Gepäck umgeschnallt, Sebastián
ins Tragetuch und losmarschiert. Es war in der Zwischenzeit 23:00
geworden und unsere Laune war bestens. Fast ohne Probleme (nur mit
kleinen Umwegen, denn die Straße war plötzlich unterbrochen) kamen wir
nach einer halben Stunden beim Hostal an und ... standen vor
verschlossenen Türen. Eine andere Touristin erklärte uns aus einem
Fenster heraus, dass sie keinen Schlüssel habe und die Leute vom Hostal
in einer Bar gleich ums Eck seien. Heike ging frohgemut in die Bar, um
Personen zu suchen, die wir nicht kannten und auch noch nie gesehen
hatten und fand irgendwie auch jemanden, der jemanden vom Hostal
kannte. Um 0:30 legten wir uns in sehr gemütlicher Umgebung ins Bett
und hatten die fast 10 stündige Anreise schon fast wieder vergessen.
 Ohne Worte :-p
... es fehlt noch die Rückreise ... soll ich das wirklich auch noch
erzählen? Vielleicht in Stichworten. Natürlich wussten wir schon, dass
der Bus nicht in Puerto Varas abfährt, wie uns der "nette Herr"
versichert hatte. Wir vergewisserten uns also noch am Vortag in Puerto
Montt (wo wir extra noch einmal hingefahren waren), wann der Bus
abfahren soll. 7:30 war die Antwort und in Puerto Varas sollten die
Busse bereits ab 6:00 regelmäßig fahren. Wir standen also um 5:45 auf
und gingen zum Bus, der allerdings erst um ca 7:00 abfuhr. Es würde
also knapp werden. Wir waren pünktlich in Puerto Montt ... allerdings
war der Bus schon weg. Er fuhr überpünktlich ab. Mir fehlten nun die
"freundlichen" Worte für die Dame am Schalter, die nur immer
wiederholte, dass sie nichts machen könne ... das konnte sie auch nicht
und ich konnte auch nichts machen ... das war Zündstoff genug ...
EXPLOSION. ... ok, ich komme schon zum Schluss ... es gab noch einen
Bus um 15:00 in dem wir Platz fanden und so verbrachten wir die
verbleibenden Stunden in Puerto Montt mit der Suche nach touristischen
Attrraktivitäten ... wir fanden sie nicht wirklich. Nach "nur" 16
stündiger Rückreise legten wir uns um 22:00 in Bariloche in sehr
angenehmer Umgebung wieder ins Bett und hatten die Mühen der Rückreise
schon fast vergessen ... morgen gehen wir dann zum Büro von Via
Bariloche (merkt euch diesen Namen, vielleicht lest ihr diese Woche
noch etwas in der Zeitung) und ich kann euch jetzt schon versichern,
ich werde alle Schimpfwörter auspacken, die ich in meiner ganzen Zeit
hier in Lateinamerika gelernt habe (falls jemand welche kennt, dann
schickt sie doch bitte mit dem Betreff "Puerto Varas" an
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).
PS:
kleiner Nachtrag ... heute waren wir bei via bariloche und haben uns
beschwert und 2/3 des Fahrepreises fuer die Hinreise zurueckbekommen.
Wir leisteten uns damit ein gutes Mittagessen beim Vegetariano :-)
(mails an via bariloche koennen trotzdem gesendet werden :-)
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