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Die letzten Wochen in Bariloche haben wir so ausgiebig genutzt, dass es gar keine Zeit gab, einen Bericht darüber zu schreiben. Warum wir plötzlich die letzten Wochen so ausgiebig genutzt haben, hatte auch seine Gründe.
Bisher bezogen wir unsere Informationen meist von unserer Nachbarin
Graciela. Das war auch sehr praktisch, denn sie lebt schon 15 Jahre in
Bariloche und kennt die Gegend natürlich. Natürlich waren darunter die
großen touristischen Highlights. Wie so oft, gibt es aber noch viel
mehr als das. Weil wir aber eben die Information so direkt nebenan
hatten, kümmerten wir uns nicht weiter darum. Eines Tages, spazierte
ich mit Sebastián in die Stadt und besorgte mir eine Karte von der
Gegend und einen Plan der städtischen Buslinien, die ihren Radius auch
auf nähere Umgebung ausgedehnt haben. Warum ich das nicht schon früher
gemacht habe, kann ich mir auch nicht erklären. Es war wohl einfach
nicht die richtige Zeit dafür. Plötzlich eröffnete sich so manches
Ausflugsziel, das nun vor allem Sebastián und ich ansteuerten. Heike
wollte an ihrer Doktorarbeit weiterarbeiten und blieb also häufig
zuhause.
Seen, Aussichtsberge, Wasserfälle und noch einmal Seen wurden erkundet.
Sebastián konnte nicht genug bekommen vom Steine schmeißen. Sein
Vokabular vergrößert sich derzeit ja täglich um einige Worte. "Weit"
fand sich auch bald darunter und damit waren die Steine gemeint, die
"weit" ins Wasser flogen. Den Ursprung einiger Wörter kennen wir nicht
wirklich. Er schnapp sie von überall auf und darunter finden sich auch
einige spanische.
Einen größeren Ausflug haben wir dann doch noch gemeinsam gemacht. Das
Ziel war Puerto Blest und der See Lago Frias. Auch eines der großen
Highlights hier, so zumindest die Information. Ich muss gleich
vorwegnehmen, dass es zwar echt schön war, aber nach den Erzählungen,
die wir bekommen haben, haben uns mehr erwarten lassen. Wir bestiegen
also im hafen von Bariloche ein Boot und begaben uns nach Puerto Blest,
das an einem Seitenarm des Sees Nahuel Huapi liegt, dem See an dem auch
Bariloche liegt. Der Teil des Sees wurde von Gletschern während der
letzten Eiszeit geformt und ist daher ein Fjord. Und da ist auch schon
das "Problem". Bei all der Reisen, die wir schon gemacht haben, haben
wir natürlich auch schon den ein oder anderen Fjord gesehen und dieser
hier kann mit Fjorden in Norwegen, Island und Neuseeland eindeutig
nicht mithalten. Hier zeigt sich eben schon eine gewisse Sättigung von
Attraktionen. In Puerto Blest angekommen folgten wir dem Rat des
"Footprint"-Reiseführers und marschierten gleich los in Richtung der
Wasserfälle von Cantaros. Der Tip stand im Reiseführer deswegen so
drinnen, weil die meisten Gäste vom Schiff zuerst Mittagessen und dann
erst losmarschieren zu den Wasserfällen (das Boot hatte 300 Plätze und
es war ausgebucht - wie der Marsch zu den Wasserfällen dann aussieht
kann man sich vorstellen :-). Unser Footprint ist zwar die neueste
Edition, aber 2 Jahre sind hier eine lange Zeit, wenn es um Tourismus
geht. Wie ihr ja vielelicht wisst, schlitterte Argentinien 2001 in die
tiefste Wirtschaftskrise seiner Geschichte und gerade der Tourismus
profitiert jetzt sehr stark von den relativ niedrigen Preisen, die
viele Gäste anziehen. Langer Rede kurzer Sinn, seit diesem Sommer gibt
es eine zweite Argentur, die die Reise nach Puerto Blest anbietet. Das
Programm ist ein wenig anders und so stießen wir nach einer Stunde
Marsch durch einen sehr schönen Wald auf eine weitere Reisegruppe
Touristen, die gerade zum Wasserfall stürmte. Sie kamen direkt mit dem
Boot zur Mündung des Flussen und hatten dann nur noch etwa 15 Minuten
zu gehen auf einem Holzsteg mit einigen Stufen. Ihr könnt euch
vorstellen, was das bedeutet? Es gab natürlich keine Ausweichstellen :-) Unsere Mittagspause verbrachten wir dann selbst als Objekt der Fotografen.
Von Puerto Frias aus, fuhren wir ein kleines Stück mit einem Bus um dann wieder auf einem Schiff über den Lago Frias zu fahren. Die große Attraktion dieses Sees war leider nicht zu sehen: der Vulkan Tronador. Zu Fotografieren gabs trotzdem genug und bald gibt es auch einige Fotos online.
Ich mach hier aber einmal Schluss, denn die Leute stehen hinter mir schon an ... so ist das, wenn Internet gratis ist. Wir sind übrigens bereits von Bariloche nach Mendoza übersiedelt. Wieder liegt eine Busfahrt von 18 Stunden hinter uns und wieder verlief sie völlig unspektakulär ... zum Glück. Wir sind nun 4 Wochen mit meinen Eltern durch den Norden Argentiniens unterwegs und da gibt es sicher wieder viel zu erzählen.
machts gut ...
roland
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